Daten bleiben in Europa
Sitzungen enthalten Namen, Meinungen und manchmal Vertrauliches. Lieven verarbeitet es nach europäischem Recht in europäischen Rechenzentren oder auf regionaler Hardware und verwendet es nicht zum Training von KI-Modellen.
Für Vereine, Ehrenamt und Verwaltung im Hohen Fläming
Lieven ist ein Sitzungsassistent für Vereine, Gremien und Verwaltungen im Hohen Fläming, zusammengesetzt aus vorhandener, quelloffener Technik.
Warum
Viele nutzen heute KI-Werkzeuge großer Anbieter, ohne zu wissen, wo ihre Daten landen. Lieven geht einen anderen Weg, aus drei Gründen.
Sitzungen enthalten Namen, Meinungen und manchmal Vertrauliches. Lieven verarbeitet es nach europäischem Recht in europäischen Rechenzentren oder auf regionaler Hardware und verwendet es nicht zum Training von KI-Modellen.
Die Idee zu Lieven ist aus dem KI-Stammtisch Hoher Fläming des Smart Village e.V. heraus entstanden. Dort treffen sich monatlich rund 20 Menschen, die intensiv mit KI arbeiten und sich zum Großteil zivilgesellschaftlich engagieren.
Alles, was Lieven ausmacht, wird quelloffen dokumentiert: technische Informationen, Anleitungen und Erfahrungen. Andere ländliche Regionen können sie übernehmen und Lieven bei sich einsetzen.
Mehr als ein Protokoll
In Vereinen sitzen Menschen, die für den Vereinszweck da sind: für den Naturschutz, den Sportplatz, das Dorffest. Fachleute für Tagesordnungen, Fristen und Beschlusslisten sind die wenigsten, und das müssen sie auch nicht sein.
Lieven bringt Struktur und Nachvollziehbarkeit in die Vereinsarbeit. Er achtet darauf, dass jede Aufgabe einen Namen und ein Datum bekommt, dass Beschlüsse auffindbar bleiben und nichts hinten runterfällt. Wenn die Runde es möchte, bringt er eigene Impulse ein: eine Frage, die noch niemand gestellt hat, eine Recherche auf Zuruf, eine begründete Empfehlung.
Ein solcher Begleiter meldet sich am Anfang auch mal zu oft oder an der falschen Stelle. Dieses Feintuning, bis er im Alltag eines Vereins wirklich hilft, ist die eigentliche Arbeit in diesem Vorhaben.
Funktionen
Was Lieven notiert und findet, sehen alle sofort auf dem Bildschirm, im Sitzungsraum wie in der Videokonferenz.
Mitschrift
Früherer Beschluss zum Thema
Hinweis: möglicher Widerspruch
Aufgabe notiert: wer, was, bis wann
Was besprochen und beschlossen wurde, wer bis wann was übernimmt.
Auf Zuruf: Was hat die Runde dazu schon entschieden?
Hilft, dass neue Beschlüsse zu alten passen.
Sucht nach, was die Runde gerade braucht, und zeigt das Ergebnis direkt in der Sitzung.
Auf Wunsch: eine Frage, die noch niemand gestellt hat, oder eine begründete Entscheidungsempfehlung.
Am Sitzungstisch genauso wie in der Videokonferenz.
Hörgeschädigte können dem Gespräch in Echtzeit folgen.
Das Gesprochene, etwa für Menschen, die Deutsch lernen.
Ein Löschkonzept für Aufnahmen gehört von Anfang an dazu.
Sprechen statt tippen, auch für Menschen mit Schreib- oder Leseeinschränkung.
Oberflächen nach aktuellen Standards, Ausgaben auf Wunsch in leichter Sprache.
Für wen
Viele scheuen ein Vorstandsamt wegen Protokollpflichten und Formalien. Lieven übernimmt Mitschrift und Entwurf, die Sitzung wird kürzer, und niemand muss sich merken, was vor zwei Jahren beschlossen wurde.
Zum Beispiel: Vorstandssitzung, Protokollentwurf am selben Abend.
Gemeindevertretungen, Ausschüsse und Dorfbeiräte schreiben Niederschriften, oft ehrenamtlich. Große KI-Angebote dürfen sie wegen des Datenschutzes meist nicht nutzen. Lieven liefert den Entwurf, Verantwortung und Freigabe bleiben beim Gremium.
Zum Beispiel: Niederschrift als Entwurf, Beschlussübersicht, Kurzfassung.
Arbeitsgruppen, Genossenschaften und gemeinwohlorientierte Unternehmen der Region wollen ihre Sitzungen festhalten, ohne dass danach jemand stundenlang tippt. Lieven hält fest, was besprochen wurde und wer was übernimmt.
Zum Beispiel: Arbeitssitzung, Aufgabenliste am Ende.
Der Name
Lieven ist ein alter flämischer Vorname, aus lief für lieb und win für Freund. Aus Flandern kamen im 12. Jahrhundert die Siedler, die dem Fläming seinen Namen gaben.
Ein Sitzungsassistent, der so heißt, trägt beides im Namen: einen Freund, der hilft, und eine Herkunft, die zur Region gehört.
Zugleich ein Akrostichon:
Lösungsorientiert
Inklusiv
Effizient
Visionär
Ermutigend
Nachvollziehbar
Der Weg
1 · Zuhören
Anforderungen mit Vereinen, Gremien und Verwaltungen erheben. Betriebspartner auswählen und einbinden, Bausteine auswählen, Datenschutz- und Löschkonzept erarbeiten.
2 · Im eigenen Haus erproben
Lieven wird zuerst in den Sitzungen des Smart Village e.V. erprobt. Was dort auffällt, fließt direkt in die nächste Anpassung ein.
3 · In der Region erproben
Lieven kommt in weitere Organisationen in der Region und darüber hinaus: Vereine, Gremien, Genossenschaften. Workshops zeigen, wie die Runden ihn im Alltag nutzen.
4 · Übergeben
Die nutzenden Organisationen bekommen Lieven mit Anleitung und Schulung in die eigenen Hände.
Eine Idee für später, nicht Teil des aktuellen Vorhabens.
Später könnte eine Vermittlung jede KI-Anfrage je nach Vertraulichkeit, Aufwand und Kosten dorthin leiten, wo sie hingehört, wie ein Navi für KI-Anfragen. Vertrauliches bliebe so nah wie möglich, nur wenn nötig ginge eine Anfrage an Anbieter in Europa oder darüber hinaus.
Eine Anfrage aus der Region kommt bei der Vermittlung an. Diese leitet sie in eine von vier Stufen: 1 lokal auf einem Gerät im Sitzungsraum, 2 regional bei einem gemeinsamen Partner der Organisationen in der Region, 3 europäisch bei Anbietern unter europäischem Recht, 4 international bei US-Anbietern nur wenn nötig. Je höher die Vertraulichkeit, desto näher bleibt die Anfrage.
Partner
Wir sprechen gerade mit Organisationen in der Region, die Lieven erproben und nutzen wollen.
Träger
Betreibt Technologieprojekte für die Region, darunter Mobilitätscampus, Bad Belzig App und Digitaler Brückenschlag, und hat den KI-Stammtisch Hoher Fläming initiiert.
Betrieb
Rechenkapazität und Speicher stellen externe Hosting-Partner, in europäischen Rechenzentren oder auf regionaler Hardware. Die Kosten tragen die Organisationen, die Lieven nutzen.
Erste Interessensbekundungen zur Gestaltung und Evaluierung des Systems mit Genossenschaften und öffentlichen Dienstleistern sind bereits unterzeichnet.
Im Gespräch · Zusagen stehen noch aus
Sie möchten Lieven in Ihrem Verein, Ihrer Gemeinde oder Organisation erproben? Melden Sie sich.
Ein Platz am Tisch, der bleibt. Im Hohen Fläming, bei denen, die ihn nutzen.